
Das Hammelburger Hallenbad wird saniert. In der Stadtratssitzung vergangene Woche wurde das Projekt nun endgültig in den Haushalt aufgenommen. Die Kosten, die sich Stadt und Betreiber Stadtwerke teilen: insgesamt rund 5,4 Millionen Euro. Eine Glasfront, die von außen Einblick auf den Badebereich gewährt, ein modern gestaltetes Foyer und ein beleuchteter Schriftzug „Saaletalbad“, der die Außenfassade des Gebäudes ziert. So oder zumindest so ähnlich soll nach Architektenentwürfen das Hammelburger Hallenbad nach der Sanierung aussehen. „Der Schritt ist notwendig. Würden wir jetzt nicht sanieren, müssten wir das Bad 2010 schließen“, geht Bürgermeister Ernst Stross auf die ernst zu nehmende Lage ein. Das inzwischen 40 Jahre alte Schwimmbad weise massive statische und energetische Probleme auf, „das könnten wir so nicht belassen“.Bei Regen den Eimer aufgestellt Vielen Besuchern sei bestimmt in den letzten Jahren aufgefallen, dass nach starken Regenfällen Eimer aufgestellt werden mussten, um das aus der Decke tropfende Wasser aufzufangen, fügt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Kühnl hinzu. Auch andere Gebäudeteile und Einrichtungen, insbesondere Leitungen, seien beschädigt und in ihrer Funktion eingeschränkt. Nur drei Baumaßnahmen habe es seit Bestehen des Bades gegeben, erklärt der Geschäftsführer: In den 90er Jahren wurde in der Schwimmhalle eine Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut, im Jahr 2000 erneuerte die Stadt die Wasseraufbereitung und baute ein Edelstahlbecken ein. Und im Jahr 2001 errichteten die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk im Keller des Schwimmbades. Nun soll ab der Kellerdecke alles weggerissen werden und darauf das neue Bad gebaut werden, sagt Kühnl. Vom Abbruch sei auch der neue Gebäudeteil mit den Freibadumkleidekabinen und Duschen betroffen, da auch dort größere Schäden vorhanden sind. Diese seien bei der Sanierung des Freibades bekannt gewesen. „Da jedoch dieser Gebäudeteil eng mit dem Hallenbad verbunden ist, haben wir noch abgewartet.“ Nach einer Ausschreibung (wir berichteten) ist das Büro Fritz Planung aus Bad Urach mit der Sanierung beauftragt. Um Fragen der Statik soll sich das Hammelburger Ingenieurbüro Hochgeiger kümmern. Nicht zuletzt sehe er das Großprojekt auch als ein Konjunkturprogramm, sagt Bürgermeister Stross. „Wir wollen gerne Unternehmen aus der Region mit ins Boot nehmen.“

Hallenbad für die Schulen
Die Stadt sei sich darüber im Klaren, dass sie mit dem Hallenbad eine Verpflichtung den Bürgen gegenüber habe, so Stross, gerade wegen der Funktion des Bades als Schulschwimmbad. Als solches sei es gebaut worden. Jeden Morgen und zweimal in der Woche nachmittags werde das Bad von Schulen zum Schwimmunterricht genutzt. Nicht nur Hammelburger, auch Schüler aus den angrenzenden Gemeinden Euerdorf, Wartmannsroth, Oberthulba und Elfershausen nutzen das erfrischende Nass für den Unterricht, so Schwimmmeister Edgar Beck. Damit das Saaletalbad aber nicht nur ein rein praktisches Schulschwimmbad wird, sondern auch ein freundliches Familienbad, soll es attraktiver gestaltet werden. Kühnl und Stross hoffen so auf eine Steigerung der Besucherzahlen. „Es ist nicht unser Ziel, in Hammelburg – wie in Bad Kissingen oder Bad Brückenau – ein Spaßbad zu errichten, trotzdem soll es schöner werden.“ So wird es zum Beispiel einen kleinen Gastronomiebereich geben, ein Kinderplanschbecken und eine Sauna. Auch ein Saunagarten an der frischen Luft ist geplant, „wenn alles gut läuft, könnte an dieser Stelle später erweitert werden“, so Kühnl. Die Kosten für das Sanierungsprojekt belaufen sich auf insgesamt 5,4 Millionen Euro. Davon übernimmt die Stadt Hammelburg 4,2 Millionen Euro und deckt somit die Mindestanforderungen an ein Schulschwimmbad ab. Da das Bad in dieser Funktion förderungswürdig ist, erwartet die Stadt einen Zuschuss vom Freistaat: „Die Chancen stehen derzeit gut. Wir erwarten merklich mehr als die üblichen 57 Prozent der förderungswürdigen Summe. Das hat natürlich mit der finanziell schwierigen Lage der Stadt zu tun“, so Stross.

Eine Wintersaison ohne Bad
Die Stadtwerke hingegen finanzieren einen Anteil von 1,2 Millionen Euro. Das sind die Kosten für die so genannten „Attraktivierungsmaßnahmen“ wie Kinderplanschbecken, Sauna und Gastronomie, erklärt Kühnl. Im Wesentlichen solle die Finanzierung dieses Anteils später durch dort erzielte Umsätze gedeckt werden. Tatsächlicher Start der Sanierungsarbeiten, sagt Kühnl, sei für Ende April oder Anfang Mai 2010 geplant. Die Wiedereröffnung soll etwa eineinhalb Jahre später, im Herbst 2011, sein. „Das bedeutet für unsere Kunden einen Winter ohne Hallenbad“, so Kühnl. Die Planungsphase läuft momentan. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, werde die Ausschreibung der einzelnen Gewerke beginnen, sagt der Geschäftsführer. Damit die Hammelburger den Bauprozess verfolgen können, soll es spezielle Infotage geben.














